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Phtalate, das sind Weichmacher, die in Pflegeprodukten, aber auch in Kinderspielzeug aus Plastik vorkommen, stehen seit geraumer Zeit in Verdacht, sich negativ auf noch Ungeborene im Leib der Mutter auszuwirken. Zunächst hatten chinesische Wissenschaftler nachgewiesen, dass diese Stoffe für ein vermindertes Geburtsgewicht bei Neugeborenen verantwortlich sind.
Dann fanden Forscher der University of Michigan in Ann Arbor heraus, dass die Chemikalien auch das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen. In einer kleinen Studie mit 30 Frauen konnten sie im dritten Schwangerschaftstrimester im Urin von Müttern von Frühgeborenen einen ums dreifache erhöhten Phtalat-Wert nachweisen, im Vergleich zu dem von Frauen, deren Kinder termingerecht geboren wurden.
Tierversuche zeigten die Gefahren
Im Tierversuch führten die Stoffe eindeutig zu Fortpflanzungs- und Entwicklungsstörungen, ein Hinweis darauf, dass Phtalate auch den Hormonhaushalt beim Menschen erheblich negativ beeinflussen könnten. Da es bisher keine Kennzeichnungspflicht für die Weichmacher gibt, ist es für Verbraucherinnen leider noch schwierig, diese Stoffe zu meiden.
Jedoch werden von den so genannten Phthalaten mehrere Millionen Tonnen pro Jahr eingesetzt. Sie finden sich immer wieder in Lebensmitteln und sogar in Babygläschen.
In den Medien tauchen sie unter dem harmlosen Titel »Weichmacher« auf. Nach einer Untersuchung der University of Rochester im US-Bundesstaat New York aus dem Jahr 2007 können diese Phthalate auch den Testosteronwert bei Männern um 22 Prozent senken.
Auch Professor Jürgen Angerer, Hormonforscher der Universität Erlangen-Nürnberg, schätzt die Lage als bedenklich ein: Nach mehreren Untersuchungen seiner Forschergruppe sind die Menschen hierzulande erheblich mehr belastet als bisher gedacht. Angerer hat festgestellt, dass die Leute in Deutschland von diesen hormonaktiven Kunststoffen zehnmal mehr aufnehmen als bisher angenommen. Die empfohlene Maximaldosis beträgt in der EU 37 Mikrogramm pro Kilo Körpergewicht, der gemessene Spitzenwert lag bei 166 Mikrogramm. »Diese Studien sind ein Alarmsignal,« sagt Angerer.
Studie verdeutlicht die Risiken
Nach einer 2007 veröffentlichten Studie des Umweltbundesamtes (»Kinder-Umwelt-Survey«, kurz KuS) wurden bei allen untersuchten Kindern Phthalate im Blut nachgewiesen, teilweise in bedenklichen Mengen. Schon die Frühchen sind gefährdet, die mit ein paar hundert Gramm Körpergewicht auf die Welt kommen und im so genannten Brutkasten ihre ersten Tage verbringen. Die Infusionsschläuche, die der Beatmung und der Ernährung dienen, enthalten den Weichmacher DEHP. Nach einer Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz und der Gesundheitsorganisation Health Care waren von 40 Produkten alle bis auf eines belastet.
Nach neuen Untersuchungen müssen Phthalate auch zu den unheimlichen Dickmachern gezählt werden, wie Forscher vom New Yorker Mount-Sinai-Hospital 2009 herausfanden. Und nicht nur das: sie können, so eine Studie von 2007 der University of Rochester im US-Bundesstaat New York, zudem bei Diabetes eine Rolle spielen. Bei den untersuchten Männern fanden die Forscher einen »statistisch signifikanten Zusammenhang« zwischen Phthalat-Belastung und »Übergewicht im Bauchbereich sowie Insulinresistenz.«
Sie befürchten daher, »dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Belastung mit diesen Phthalaten und der zunehmenden Ausbreitung des Übergewichts«, auch mit der Zuckerkrankheit und den damit zusammenhängenden anderen »klinischen Störungen.«
Tipps der wajibu-Redaktion
Alternativen bei Verpackungen
Vermeide Weichmacher, in dem Du bereits beim Einkauf darauf achtest, Kunststoff-Verpackungen und Gebrauchsgegenstände aus Plastik zu vermeiden, möglichst Dich für Produkte mit ökologischen Verpackungen entscheidest. Bevorzuge Produkte mit alternativen Verpackungsmaterialien, wie Glas oder Papier.Achtung! Immer daran denken, dass abgepackte Lebensmittel wie Käse oder Wurst sofort aus der Verpackung genommen und in einer Frischhaltebox aufbewahrt werden sollten.
Gerade im Sommer solltest Du keine Schuhe aus Kunststoff kaufen z.B. Zehentrenner aus Plastik vermeiden, steige lieber auf alternative Materialien wie stoffüberzogene Schuhe (gibt es auch als Zehentrenner) um.
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